SSV Grün-Weiß Plessa vs. SG Zechin – Remis in der Ferne, Tabellenführung vorerst abgegeben!

Verbandsliga (Männer) - 5.Spieltag

Am fünften Spieltag in Brandenburgs höchster Classic-Kegelliga führte es die SG Zechin in den Landkreis Elbe-Elster, in dem der Tabellenfünfte aus Plessa wartete. Die Gastgeber erst noch vor Wochenfrist mit einem neuen Mannschaftsbahnrekord von 3364 Kegel siegreich, präsentierten auch gegen die Greens eine souveräne Heimleistung. Dennoch bewiesen die Oderbrucher Nehmerqualitäten und stellten sich als bedrohliche Herausforderung dar. Vier von sechs Duellen gingen an die Zechiner, jedoch behielt der SSV die Oberhand in Sachen Gesamtholz, so dass ein gerechtes 4:4 nach Mannschaftspunkten (MP) bei einem Stand von 3319:3282 Holz erzielt wurde. 

Die Verbandsligatruppe von Kapitän Robert Lehmpfuhl konnte nicht mit dem vollständigen Kader anreisen und musste sich der Hilfe von Günter Wolter (Ersatz SG Zechin III) annehmen, der einen guten Job mit seinen 531 Kegel erledigte. Obwohl der 64-jährige Routinier eine gute Leistung abrief, blieb er trotzdem gegen SSV-Star, Uwe Gärtner, chancenlos. Wie zu erwarten, spielte Gärtner überragend. Cool, gelassen und dominierend war dessen Auftreten, das zu dem mit einem neuen Einzelbahnrekord von glatten 600 Holz belohnt wurde. Alle vier Sätze und ein sattes Plus von 69 Kegel gingen an den Ausnahmespieler. Daher war es umso wichtiger, dass Marco Specht (557) einen MP gegen den zuletzt gut agierenden Maik Buchhold (558) gewann. Es entwickelte sich ein spannendes Match zwischen den beiden Akteuren, welches sich zunächst positiv für den Zechiner gestaltete. Specht erkämpfte sich eine 2:0 Führung und läutete diese mit einer Startbahn von sehr guten 150 Holz ein. Nach dem Seitenwechsel fand Buchhold zur alten Stärke und bewies mit einer 153er Bahn seine Heimstärke. Damit stand das Duell auf Messerschneide, welches erst mit der letzten Kugel entschieden wurde. Hier war es Buchhold, der sein letztes Räumerbild zerschoss, so dass Specht dank der Punkteteilung mit 2,5:1,5 Satzpunkten (SP) den ersten Zähler der Greens einheimste. 

Im Mitteldurchgang erspielten die Oderbrucher beide MP und hielten damit die Hoffnungen auf einen Auswärtssieg weiter am Leben. Jedoch geriet Kapitän Robert Lehmpfuhl (543) gegen Jens Horn (535) mit 0:2 SP gehörig unter Druck, da der Zechiner einige Anlaufschwierigkeiten mit der Anlage hatte. Aber dann begann die Aufholjagd, welche besonders im Abräumen deutlich zu sehen war. Mit einer 140er und 143er Bahn glich Lehmpfuhl den Rückstand aus, überholte den SSV-Akteur zudem in der Gesamtholz und erkämpfte sich den Duellsieg! Währenddessen hatte Daniel Schneider (550) das scheinbar einfachste Duell an diesem Samstagnachmittag, weil Kontrahent Frank Richter (507) insgesamt keine gute Partie spielte. Besonders auf den ersten drei Bahnen stellte sich Schneider als klarer Sieger heraus und gewann sein Spiel damit frühzeitig mit 3:0 SP. Im letzten Satz zeigten beide Akteure, wozu sie in der Lage sein können. Richter spielte gute 146 Holz, aber Schneider hatte mit eindrucksvollen 158 Holz (60 Abräumer!) die passende Antwort parat und ließ mit 4:0 SP keine Zweifel mehr aufkommen.    

Im Schlussdurchgang führten die Gastgeber nur noch mit mageren 19 Holz, so dass die Greens dicht an einem Erfolg dran waren. Jedoch sollte Youngster, Jan Opitz (572), den wichtigen Zähler zum Unentschieden retten, den er gegen Karsten Glatzer (540) erzielte. Zechins Glatzer zeigte auf den ersten beiden Bahnen eine klasse Leistung von 293 Holz, die den SSV-Akteur ebenbürtig waren. Jedoch flachte das Niveau in der zweiten Hälfte zu sehr ab, so dass Opitz die Gunst der Stunde nutzte, um Glatzer den so wichtigen Punkt zu entreißen. Indes begann Karsten Trabs (561) sein Duell gegen Swen Thron (547) etwas verhalten und geriet mit 1,5:0,5 SP ins Hintertreffen. Anders als Glatzer, zündete Trabs nun den Turbo und spielte zusehends offensiver sowie erfolgreicher. Im dritten Satz gelang der Ausgleich, ehe der Zechiner mit exzellenten 158 Kegel (63 Abräumer) den letzten MP zum Remis beisteuerte.

Damit rutscht die SG Zechin auf den zweiten Platz des Gesamtklassements ab, da die Friedrichshainer daheim gegen erschreckend desolate Beyern für klare Verhältnisse sorgten (8:0-Sieg). Am kommenden Samstag (24.10.) geht es im zweiten Teil des Auswärtsprogramms nach Cottbus, um erneut das Glück auf Punktejagd herauszufordern. 

Karsten Glatzer